Logo des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-WestfalenLogo des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
 
 

Netzwerke(n) für den qualifizierten Wiedereinstieg

Netzwerk W

Kompetenzzentren Frau & Beruf

Kompetenzzentren Frau und Beruf

Wegweiser Berufsrückkehr für Migrantinnen

Migra-Info

Bundesweites Lotsenportal

Banner Perspektive Wiedereinstieg

Gehalt und Steuerklassen

Sie möchten abschätzen, welche finanziellen Spielräume Sie und Ihre Familie durch Ihren beruflichen Wiedereinstieg gewinnen? Sie haben eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bekommen und werden möglicherweise nach Ihren Einkommensvorstellungen befragt? Dann sollten Sie sich erkundigen was üblicherweise in Ihrem Beruf oder für die Tätigkeit, auf die Sie sich beworben haben, gezahlt wird.

Alle Tarifverträge, die im Land Nordrhein-Westfalen gültig sind, werden im Tarifregister NRW registriert. Hier können Sie sich einen Überblick über die Grundvergütungen in den unterschiedlichen Berufen und Branchen verschaffen. Der Lohnspiegel und der FrauenLohnSpiegel der Hans-Böckler-Stiftung informieren auf der Basis tatsächlich gezahlter Vergütungen zu allen wichtigen Lohn- und Gehaltsfragen. Sie können hier kostenlos einen Lohn- und Gehaltscheck durchführen und sich über Tariflöhne und -gehälter informieren. Mit dem Brutto-Netto-Rechner erfahren Sie auch, was nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen an Nettogehalt tatsächlich übrig bleibt. Mit dem Wiedereinstiegsrechner können Sie abschätzen, mit welchem Brutto- und Nettoeinkommen und welchen Rentenzahlungen Sie mit Ihrer neuen Stelle rechnen können.

Auskünfte geben Ihnen auch direkt die für Ihre Branche oder Ihren Beruf zuständigen Gewerkschaft, Handwerkskammer oder Innung oder dem Berufsverband. Das gilt auch für arbeitsrechtliche Fragen.


Steuerklassen – was zu bedenken ist:

Wenn Sie verheiratet sind …

…. können Sie zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen (III/V, IV/IV und IV/IV mit Faktorverfahren). Das hat zwar keinen Einfluss auf die gesamte Jahressteuerschuld, die im Rahmen des jährlichen Lohnsteuerjahresausgleichs entsprechend verrechnet wird, aber darauf:

  • wie hoch die monatliche Steuerschuld der einzelnen Ehegatten und damit das jeweilige und gemeinsame Nettoeinkommen ausfällt,
  • welches Nettoeinkommen bei Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen-, Kranken oder Elterngeld zugrunde gelegt wird
  • und wie genau die im Jahresverlauf gezahlten Steuern der gesamten Jahressteuerschuld entsprechen bzw. ob mit einer Steuernachzahlung oder –rückerstattung zu rechnen ist.

Die Steuerklasse kann einmal im Laufe des Jahres bis zum 30. November gewechselt werden und muss beim zuständigen Finanzamt beantragt werden.


Paare, bei denen ein Partner mehr als 60 Prozent zum Gesamthaushaltseinkommen beiträgt, können ihre Splittingvorteile bereits bei den laufenden Einkünften berücksichtigen lassen:

  • Wählen Sie die „klassische” Steuerklassen-Kombination III (für das höhere Einkommen) und V (für das niedrigere  Einkommen) wird das höhere Einkommen niedriger besteuert und umgekehrt. Damit wird erreicht, dass die monatliche gemeinsame Steuerschuld geringer ist als bei der Kombination IV/IV. Allerdings lässt der gemeinsame Splitting-Vorteil das ohnehin niedrigere Nettoeinkommen des geringer Verdienenden noch niedriger ausfallen – und das wirkt sich entsprechend auf mögliche Lohnersatzleistungen aus.
  • Als Alternative gibt es seit 2010 die Steuerklassen-Kombination IV/IV mit Faktorverfahren. Damit wird die steuermindernde Wirkung des Ehegattensplittings bereits beim monatlichen Lohnsteuerabzug gleichmäßiger auf beide Eheleute verteilt. Berücksichtigt werden außerdem bei beiden Ehepartnern die steuerlichen Begünstigungen, wie beispielsweise Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag oder Vorsorgepauschale. Der geringer verdienende Partner erhält damit ein höheres Nettoeinkommen als in der Steuerklasse V und ggf. auch höhere Lohnersatzleistungen.

Wenn beide Partner annähernd gleich viel verdienen und ohnehin kaum mit Splittingvorteilen rechnen können, wird in der Regel die Kombination Steuerklasse IV/IV empfohlen. In dieser Steuerklassenkombination sind Sie nicht zu einer Einkommensteuererklärung verpflichtet.


Wenn Sie alleinerziehend sind …

... können Sie als „echte” Alleinerziehende einen „Entlastungsbetrag für Alleinerziehende” von 1.308 Euro pro Jahr steuerlich geltend machen. Dieser Entlastungsbetrag ist in den Tarif der Steuerklasse II eingearbeitet, so dass Alleinerziehende bereits im laufenden Jahr weniger Steuern zahlen. Den Entlastungsbetrag bzw. die Steuerklasse II erhalten Sie aber nur dann,

  • wenn zu ihrem Haushalt mindestens ein Kind gehört, für das Ihnen Kindergeld oder ein Kinderfreibetrag zusteht,
  • Sie alleinstehend sind (das heißt nicht die Voraussetzungen des Ehegattensplittings erfüllen) oder verwitwet,
  • und keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person bilden.

Wenn Sie die genannten Voraussetzungen erfüllen, aber (noch) Steuerklasse I haben, sind Sie – aufs Jahr gesehen – finanziell nicht schlechter gestellt, wenn Sie in der Einkommensteuererklärung die Berücksichtigung des Entlastungsbetrages beantragen. Sie bekommen den Betrag dann erstattet bzw. verrechnet. Überprüfen Sie in diesem Fall, ob das Finanzamt den Entlastungsbetrag im Steuerbescheid ausgewiesen hat.

Wenn eine weitere erwachsene Person mit Ihnen im Haushalt lebt gelten Sie in der Regel nicht als „echte” Alleinerziehende. Dies gilt auch dann, wenn ihr volljähriges Kind zu Ihrem Haushalt gehört, für das Ihnen aber kein Kinderfreibetrag und Kindergeld zusteht. In diesem Fall gilt für Sie die Steuerklasse I.

 

(08.08.2013)